Der ein oder andere hat sich beim Lesen meiner HP gewundert, dass meine Hunde so wenig (oder besser gesagt gar nicht) beschrieben sind. In den Kurzbeschreibungen bezüglich ihres Arbeitsverhalten würden sie sich aber wenig bis gar nicht von anderen Hunden unterscheiden. Der eine hat eine bessere Nase, der nächste markiert besser, der nächste ist vielleicht leichter auszubilden, weil er schneller lernt. Aber im Grunde bin ich der Meinung, dass es oft Beispiele sind, durch die man sich am besten ein Bild von einem Hund machen kann. So habe ich mir überlegt, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern und nach und nach persönliche Steckbriefe von unseren schwarzen Damen zu veröffentlichen.

IVA - DOTTIE - ALVA - MAGGIE - gemeinsame Anekdoten

Den Anfang soll unser schottisches Mädchen machen. Vielleicht weil sie so herrlich unkompliziert immer genau das macht, was ihr gerade in den Sinn kommt, im guten wie im schlechten Sinn ;-)).

So unkompliziert wie Iva heute ist, so easy war sie vom ersten Tag an.

Links Ivas Mutter und rechts ihr Großvater:

Dass Alva über einen Welpen nicht begeistert sein würde, war uns allen klar. Dass sie aber 3 Wochen brauchte, bis sie Iva akzeptiert hat, hatte ich nicht erwartet. Aber es war ganz klar Ivas Verdienst, dass es schließlich mit den beiden geklappt hat. Sie hat Alva quasi desensibilisiert ;-). Ganz genau hat sie draußen bei Spaziergängen Alva beobachtet, um sie dann, wie zufällig, im Vorbeigehen zu streifen. Daraus wurden über die Tage kleine Rempler. Umgeguckt nach Alva hat sie sich dabei nie. Als das dann ungestraft möglich war, wurde sie kurz zu übermütig und hat Alva frontal angespielt, Alva quittierte das ziemlich ungehalten. Aber Iva ist dann eben einen Schritt zurück gegangen und hat wieder im Vorbeigehen angerempelt. Bis dann das Eis gebrochen war.

Heute ist keine Beziehung zwischen 2 unserer 4 Hunde so eng, wie zwischen Alva und Iva. Iva ging auf Alvas einseitiges, komisches Spielen ein und hat über mehrere Monate! Alva beigebracht, dass man sich nicht nur wie ein Fisch auf dem Trockenen winden muss, um zu spielen.

Dottie und Maggie spielen fast nie ohne Hintergedanken, sie führen meist etwas im Schilde. Ganz uneigennützig spielen nur Alva und Iva miteinander, Alva ist nicht clever genug, um dabei etwas auszuhecken und Iva macht es halt bei ihrer besten Freundin nicht.

So kann man vielleicht schon eine Ahnung bekommen, wie stark Iva im Miteinander mit anderen Hunden ist. Durchaus versucht sie draußen mal zu gucken, "was so geht", gerade bei Hündinnen, aber nur um dann zurückzuziehen und doch lieber eine Runde zu rennen. Hat dann noch jemand Dummies in der Hand, sind die anderen Hunde auch schnell wieder vergessen.

Aber das ist bei Rudelhunden wohl normal ;-)).

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Blut ist dicker, als Wasser

Nun, da wir gespannt darauf warten, ob Iva aufgenommen hat, denke ich natürlich öfters an die letzten Würfe und die Beziehungen unserer Hunde zueinander zurück.

Maggie nimmt hier eine besondere Stellung ein und ich glaube nicht, dass wir noch einmal so einen Hund wie sie haben werden! Sie hat all die Jahre nie aufgehört sich wie eine Mutter gegenüber ihrer Tochter zu verhalten. Ich dachte, das würde irgendwann aufhören (bei Alva und Dottie ist das ja auch so), aber das hat es nie.

Maggie und Alva haben hier im Haus wenig miteinander "zu tun", liegen nie zusammen, spielen nie, kümmern sich eigentlich nie um den anderen. Aber draußen hat Maggie immer ein Auge auf ihre Tochter gehabt. Sie hat bei Hundekontakt stets erst geguckt, ob's okay ist, wenn Alva dorthin will und bei Hündinnen, die dafür bekannt sind, dass sie schon mal zickig werden können, hat sie sich immer zwischen die Hunde gestellt oder so nah dabei und die armen fremden Hunde so angeguckt, dass die sich nie gewagt haben aufzumucken, wenn Alva zu wild wurde.
Als Alva dann trächtig und 2 Tage vor der Geburt war, haben wir Kira, eine starke Leonberger-Hündin mit ihrer netten Besitzerin getroffen. Wir und die Hunde kennen uns seit Jahren, die Hündinnen sind IMMER anstandslos aneinander vorbei, haben zwar nie gespielt, aber es gab auch nie einen Grund achtsam zu sein. Kira und ihre Besitzerin stehen nun auf der eine Seite der kleinen Straße und ich mit meinen auf der anderen Seite, als wir anfangen uns zu unterhalten. Im Nachhinein kann ich nur sagen, ich habe es gesehen, aber nicht verarbeitet was ich gesehen habe. Kira hat Alva fixiert, Alva guckt weg, Kira hört aber nicht auf. Dann stößt Maggie unvermittelt nach vorne und geht die Hündin an!!! Nichts mit vorher drohen und in der Körperhaltung der Versuch es noch so zu regeln, sondern direkt Attacke.
Ich bin in einem Riesensatz nach vorne und habe Maggie am Schwanz erwischt und festgehalten. Ich bin mir sicher, dass sie das für Iva, die "nur" Rudelmitglied ist, nicht getan hätte. Wenn man es evolutionstechnisch betrachtet, ergibt Maggies Verhalten durchaus Sinn, dann hätte sie sich für voraussichtlich mehrere Welpen, die mit ihr verwandt sind, in Gefahr begeben. Mich hatte es damals zuerst sehr erschreckt, anschließend war ich eigentlich nur noch beeindruckt...

Als der Wurf dann lag, hat Maggie nicht nur direkt Milch produziert und mit Alva zusammen gesäugt, was ich auch schon erwartet hatte, sondern ihre Fürsorge ging auch da wieder sehr weit. Leider hatte ich keine Kamera dabei um dieses unglaubliche Verhalten zu filmen, so bleibt mir nur es zu erzählen und zu sagen, dass ich verstehen kann, wenn man es anzweifelt ;-)).
Alva hatte 3,4 Tage nach der Geburt plötzlich sehr hohes Fieber bekommen. Nach Absprache mit meiner Tierärztin, die leider nicht kommen konnte, weil sie einen Notfall hatte, hatte sie mir wenig Zeit gelassen, das Fieber mit kalten Beinwickeln runter zu kriegen, bevor ich in die Klkinik mußte. Alva war sehr schwach, konnte kaum aufstehen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, ich müßte sie mal weg von den hungrigen Welpen kriegen und den Kreislauf ankurbeln, indem ich sie nicht nur in den Garten lasse, sondern sie in den Wald bringe.
Ich habe dann Maggie und Alva ins Auto gepackt und bin in den Wald gefahren, wo der Leimbach nicht weit ist. Alva will nicht aus dem Auto, kann immer noch kaum laufen, als Maggie, die seit Jahren nicht mehr mit Alva gespielt hat, Alva albern anspielt und gar nicht mehr aufhört. Da ich mir dachte, dass sie irgendetwas im Schilde führt, habe ich sie gelassen, obwohl ich es kaum mit ansehen konnte, weil Alva so arm war. Maggie hat Alva so lange angespielt und sie gelockt, bis Alva zuerst vor und dann IM Bach stand.

Bis heute ist es für mich absolut unbegreiflich, was Maggie dazu bewogen hat. Wie kann so etwas sein?!? Alva ist übrigens längere Zeit einfach im Bach stehen geblieben, Maggie hat sich nicht mehr für sie interessiert und das Fieber war anschließend deutlich gesunken und ist auch nicht mehr so hoch gegangen.



Neulich in Italien

3 unserer Damen durften mit in Urlaub, für die alte Maggie war uns die Reise zu anstrengend, sie durfte bei ihrem heißgeliebten Opa bleiben ;-). Warm war allen Hunden, aber dass sie sich auf so unterschiedliche Art abgekühlt haben, fanden wir doch ziemlich witzig. Dottie und Alva haben sich in dem großen Pool gegruselt "Hilfe, wie komme ich ohne Treppe hier raus".

So hat Alva die Gelegenheit genutzt, sich mit einem von uns unter die Gartendusche zu stellen. Dottie hat sich in eines der zahlreich vorhandenen Baby-Planschbecken gelegt, die die Vormieter zurück gelassen hatten.

Iva hat tatsächlich alles ausprobiert, bzw. den anderen nachgemacht, sich aber ganz klar für den großen Pool entschieden. Es war uns kaum möglich, mal ohne sie ein paar Bahnen zu schwimmen. Ein strenges "nein", um sie davon abzuhalten ins Wasser zu springen, brachte keiner von uns zustande.


Sie ist meist mit einem Riesensatz ins Wasser, zu einem von uns geschwommen und hat sich durchs Wasser tragen lassen. Sie hat sich nie Stress gemacht, wie sie wohl wieder aus dem Wasser rauskommt, ganz im Gegensatz zu den anderen beiden.

Am vorletzten Tag kam mir dann erst die Idee, das für Dummy-Zwecke zu nutzen. Schließlich hatte sie bis dahin nicht zuverlässig fest-gehalten ;-).

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Alva, unser "Monk"

Alva, mittlerweile 8 Jahre alt, Tochter von unserer alten Maggie, ist sicher unser kompliziertester Hund. Kleine Spleenereien in jungen Jahren haben sich in z.T. in ausgewachsenen Marotten gefestigt.

Obwohl z.B. alle Hunde regelmäßig mit zu meinen Eltern fahren und Maggie, Dottie und Iva sich einen wegfreuen, will Alva partout nicht aus dem Auto. Es könnte ja sein, dass sie vielleicht wieder dort warten muß, bis ich Einkäufe erledigt habe. Zum Tierarzt fährt sie allerdings sehr gerne, obwohl dort so gruselige Dinge passieren, wie Krallenschneiden.

Sie muß immer auf genau derselben Stelle im Kofferraum sitzen, auf demselben kleinen Fleckchen im Wohnzimmer liegen wenn sie einen Knochen bekommt und hat schon Stress, wenn ich ihr mal einen Platz in einem Körbchen zuweise, in dem sie sonst nie liegt.

Alva hat immer schon am schlechtesten gelernt, sie brauchte für alles zig Wiederholungen. Wenn sie allerdings etwas begriffen hat, macht sie keinen Fehler mehr, weil sie nun mal auch der Hund ist, der am gehorsamsten ist. Wo die anderen vielleicht doch mal die Idee haben, auf eigene Rechnung zu arbeiten, kommt Alva nicht einmal der Gedanke.

Maggie, Dottie und Iva sind mit anderen Hunden unkompliziert, Alva leider nicht. Keiner war verspielter und anderen Hunden gegenüber aufgeschlossener als Alva. Aber leider sind ein paar Erlebnisse ausreichend gewesen, um aus ihr einen griesgrämigen und mißtrauischen Hund zu machen.

Warum sie mit ausgewählten Hund wie auf Knopfdruck unbedingt wie ein Junghund spielen will (meist auch noch, nach Aussagen der Besitzer, völlig unverträgliche Hunde) und liebe, freundliche Annäherungen von anderen Hunden kläffend quittiert, das weiß der Himmel.

Alva ist allerdings auch das, was ich immer als den dankbarsten Hund bezeichne. Keiner freut sich mehr über Beschäftigung jeglicher Art. Wenn Ernst die Hunde mit zum Joggen nimmt und ich ihnen nachgucke, wenn sie übers Feld bis in den Wald laufen, sind 3 Hunde irgendwo um ihn verteilt, Alva springt, bis ich sie nicht mehr sehen kann, auf 2 Beinen rückwärts vor ihm her. Mal ein paar Meter freuen, dass wäre ja okay, aber sich mit 8 Jahren immer noch so bekloppt darüber freuen, dass sie mit zum Joggen darf, dass ist halt auch Alva.
Zum Thema Besuch: da freut sie sich schon sehr über jeden der kommt, aber während sich die anderen doch schneller wieder einkriegen, hätte es Alva am liebsten, sie würde so lange von den Besuchern gestreichelt, bis sie wieder gehen müssen.

Von unseren 4 Hunden ist Alva das schwächste Glied in der Kette. Maggie paßt oft noch auf ihre alte Tochter auf, Dottie nutzt viele Gelegenheiten um zu zanken und nur Iva hat sich komischerweise Alva als ihre Freundin ausgeguckt, obwohl doch von ihr so wenig ausgeht.

Vielleicht noch eine Kleinigkeit: jeder Hund hat seinen eigenen Geruch. Maggie recht streng, Dottie und Iva irgendwie normal, aber Alva riecht, nicht nur für mich, sondern auch für Kendra und Ernst am allerbesten ;-). Ernst hat irgendwann einmal gesagt, sie riecht so zart, sie traut sich sicher noch nicht einmal richtig wie ein Hund zu riechen.

Tja, schwierig ist sie, ärgern tut es uns oft, dass sie mit anderen Hunden schwierig ist, viel Arbeit hat sie uns schon auch gemacht, aber doch ist sie immer noch (vielleicht mittlerweile neben Iva) mein Lieblingshund.

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Maggie, unsere Beste!

Obwohl sowenig im Fokus, kann ich nicht anders sagen, als dass sie unser bester Hund ist. Das gilt nicht nur für ihre teilweise außergewöhnlichen Eigenschaften, sondern tatsächlich auch fürs arbeiten.

Mit Iva habe ich nun wieder eine Hündin, die gut markiert, aber Maggie markiert selbst jetzt noch mit eingetrübten Augen teils besser als Alva oder Dottie. Mit ihrem unerschütterlichen Selbstvertrauen bleibt sie auch eng im Fallgebiet und läßt sich nie aus der Ruhe bringen. Gesucht hat sie ebenfalls immer ausdauernd und effektiv.

Das mit dem Einweisen lassen wir jetzt einfach mal weg, das wird eine neue Geschichte ;-).

Maggie ist von den meisten aus unserer großen Famile oder Freundeskreis auch der Lieblingshund. Bei Partys, die Gemma veranstaltet, nervt sie Gemma zwar, weil sie einfach nicht müde wird und bis morgens mitfeiern will, aber da muß Gemma durch. Ich finde es witzig, Ernst würdelos, wenn der alte Hund morgens um fünf "Rolle" macht, oder "gib Pfötchen" usw., um von Gemmas Freunden gefüttert zu werden.

Maggie war unser wildester Welpe, ich habe doch das ein oder andere Mal gedacht, dass sie vielleicht nicht ganz sauber tickt, so wild war sie. Aber nie, nie, nie bei Kindern. Das war vom ersten Tag an da, Kinder wurden immer äußert sanft behandelt. Dabei war sie aber auch nie zurückhaltend. Sie und Iva sind einfach unsere "Kinderhunde".

Mit Maggie war ich früher oft in der Grundschule und habe dort Unterricht gemacht zum Thema Hund. Sie hat immer sofort die Runde im Stuhlkreis gedreht und absolut treffsicher das Kind rausgefischt, welches (laut Aussage der Lehrerin) Angst hat und sich vor eben dieses Kind gelegt und es dann nicht mehr beachtet. Selbst in der kurzen Zeit konnte man merken, wie sich die Kinder lösten.

Auf den Bildern ist es der Junge mit den roten Haaren.

Witzigerweise ist Maggie, so souverän und verträglich sie ist, bei einer Familie hier in der Nähe als der bissige Hund der Nellessens bekannt. Falls sich der korrekte Leser nun fragt, was daran lustig ist, kann ich nur sagen, dass ich immer schon Geschichten, die eigentlich so gar nicht gehen, am liebsten habe ...

Es trug sich seinerzeit folgendes zu: wir bekamen eben diese Leute als neue Bewohner unseres Einzugsgebietes. Sie bewohnen ein Eckhaus mit einer sehr langen Grundstücksgrenze, die ich damals jeden Mittag passierte. Als weiterer Mitbewohner zog Ben ein, ein dermaßen häßlicher, weißer Moppelmix, der ist schon fast wieder niedlich. Maggie will also Ben begrüßen und stellt völlig irritiert fest, dass der sehr territorial reagiert und sie äußerst ausdauernd ankläfft, halt so lange, bis wir um die Ecke waren. Maggie hat eine Woche (!) versucht, Freundschaft zu schließen, aber es war natürlich nix zu machen. Die Besitzer ließen Ben auch fast immer gewähren. So hat sich über ein knappes Jahr bei Maggie doch etwas aufgebaut, von mir fleißig unterstützt mit "warte es ab Maggie, irgendwann, dann kommt dein Tag und dann schnappst du dir den frechen, kleinen Scheißer".

So, der Tag kam, aber ich war zum Glück nicht dabei. Ernst war mit Maggie joggen und war völlig unvorbereitet auf das, was kam. Sooo lustig!! Die Leute hatten Besuch, standen in ihrer sehr langen Einfahrt mit Kind und Kegel und Ben. Maggie hatte ja lange genug auf IHREN Tag gewartet, so hat sie gleich gemerkt, dass das Törchen offen war, sie rennt also die ganze Auffahrt hoch, mitten in die Menschentraube, zieht Ben einmal kurz auf links und läuft zu Ernst zurück ...

Ernst kam so sauer nach Hause, aber ich habe mir fast in die Hose gemacht vor lachen. Selbstverständlich konnte ich kaum abwarten, am nächsten Tag Ben zu besuchen, er war ganz brav und Maggie ist an ihm vorbei gegangen, ohne ihn eines Blickes zu würdigen ;-)).

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Dottie, unser Freak!

Jetzt haben wir unsere Tratsch-Ecke schon einige Zeit, aber Dotties Kurzbeschreibung fehlt immer noch, vielleicht aus gutem Grund....

Dottie ist nicht meiner oder Ernsts Hund, sondern sie gehört unserer Tochter Kendra. Das war auch schon so, als der kleine Wurm geboren wurde.

Ursprünglich wollte ich aus dem C-Wurf für mich eine Tochter von Alva behalten, aber bekanntlich läuft es nicht immer so wie geplant.

Schon bei der Geburt des Wurfes hatte Kendra nur Augen für dieses untergewichtige, kleine Hündchen. Wenn sie Zeit hatte, mit einem Welpen zu schmusen/spielen war es immer Dottie. Mein erklärter Liebling war sehr früh Jane, die heute Gregor Lücke gehört. Diesen Welpen wollte ich für mich behalten. Als Kendra dann aber aus ihrem Kurzurlaub, den sie während der Welpenzeit machte, anrief, um mir zu sagen, "dass dieser Hund für sie bestimmt ist" hatten wir den Salat. Weder wollte ich 2 Welpen behalten, noch einem Welpenkäufer wieder absagen. So kam es, dass Kendra ihre Dottie behielt und ich leer ausging. Ich gebe zu, ich habe sehr lange gebraucht, bis ich mich mit der Situation arrangiert hatte.

Vielleicht hat mich Dottie auch aus diesem Grund immer spüren lassen, dass sie halt wirklich ganz und gar Kendra gehört ;-). Das war von Beginn an so und hat sich bis heute nicht geändert. Wenn wir Dottie mal zu Besuch haben, liegt sie auch nicht bei uns oder den anderen Hunden, sondern in Kendras Zimmer. Auf Kendra hört sie sofort, bei uns wird "diskutiert".

Im Urlaub ist Ernst mit Kendra noch mal zum Supermarkt gefahren, ich habe extra einen Moment gewartet, bis ich mit Iva und Dottie zur Türe hinaus bin. Trotzdem rennt sie wie Lassie hinter dem Auto her, welches kaum noch zu sehen war, ich kriegte den Hund kaum gestoppt. Wenn sich Kendra bei uns verabschiedet und Dottie nicht mitdarf, reißt sie ihre Augen soooo weit auf, das ringsum das Weiße in ihren Augen zu sehen ist, "Schreck laß nach, ich muß hier bleiben?!?!?" Ob so eine enge Bindung noch gut zu finden ist, bezweifle ich, aber die beiden genießen einander :-).

Ansonsten war Dottie bereits als Welpe anders als ihre Geschwister. Während die anderen zusammen spielten, war sie oft für sich, hat sich alleine beschäftigt. Sie ist heute mit anderen Hunden unkompliziert, freundlich und aufgeschlossen, aber ein Rudelhund ist sie nie. Wenn sie bei uns ist, hat sie eventuell noch eine Bindung zu Maggie, ihrer Oma, aber zu ihrer Mutter zieht es sie nur, wenn sie zanken will. Wenn man Maggies Art (vermenschlicht) vielleicht als Bauernschläue bezeichnen kann, ist Dottie verschlagen und gerissen. Wer glaubt, Hunde sind nicht in der Lage "wenn-dann-Schlußfolgerungen" erfüllen zu können, dem kann ich bei den meisten Hunden zustimmen, bei Dottie sieht die Sache anders aus. Sie hat mich früher oft zur Weißglut getrieben, weil sie mich so oft ausgetrickst hat. Es ist kein schönes Gefühl, wenn man merkt, dass der Hund der Tochter klüger und vorrausschauender ist, als man selbst ;-)). Wenn Kendra dazu noch freudig in die Hände klatscht und ruft "mein Hund ist sooo klug", wenn die kleine Kröte wieder etwas angestellt hatte, dann machte das die Situation nicht besser.

Dottie ist mittlerweile gut 4 Jahre alt und ihre, zugegebener Maßen einfältige, Mutter hat immer noch nicht begriffen, dass sie NIE mit ihr "nur so" spielen will, sondern dass es Zeit ist, wieder einmal Alva zu triezen. Besonders die letzten beiden schneereichen Winter waren schlimm für Alva. Dottie hat eine perverse Freude daran, den günstigen Augenblick abzupassen und Alva kurz hinter den Vorderläufen so anzurempeln, dass Alva nicht nur hinfliegt, sondern sich oft noch überschlägt. Dabei ist Alva 5 Kilo schwerer als ihre Tochter. Dottie kriegt auch genau mit, wenn Alva günstig an einem Abhang steht, da ist sie auch schon mehr als einmal runtergerempelt worden. Natürlich ist für Dottie der Freilauf dann beendet, aber ich bin mir sicher, wenn sie sprechen könnte, würde sie sagen "das war es mir wert". Wirklich richtig böse ist sie mit Alva wirklich nie, aber ihre Einfälle sich die Zeit zu vertreiben waren immer schon speziell.

Aber vielleicht wird so auch ein bißchen deutlich, warum Dottie und ich lange nicht so verbunden sind, wie sie mit Kendra oder ich mit meinen Hunden. Wenn man selbst einen solchen Hund sein Eigen nennt, ist das sicher toll, aber fürs niedere Fußvolk, das nicht ausgewählt ist, eher nicht ;-))).

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